Immer wieder müssen wir uns die Frage stellen, was wichtiger ist.
Am Jahrestag von Winnenden äussern Betroffene ihre Befürchtungen, dass noch nicht genug unternommen wurde, um Wiederholungen zu vermeiden. Muss uns das nicht beschämen? Wie wäre der Status quo, wenn unter den Politikern, die Massnahmen auf den Weg bringen müssen, viele Betroffene wären?
Warum muss immer erst noch mehr Leid geschehen, bis wir trotzdem Lösungen finden für Sachverhalte, über die wir heute noch sagen, „das sei das völlig falsche Signal“ oder „da könne man nichts machen, weil …“. Wir müssen die Lösung anders angehen. Wie so oft im Leben müssen wir auch hier von der anderen Richtung ansetzen: „Wie können wir z.B. erreichen, dass grosskalibrige Waffen nicht in die falschen Hände geraten?“ Bei der Jagd seien sie vorgeschrieben, deshalb könne man sie nicht verbannen, wird der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach zitiert. (Südkurier Fr., 12. März 2010).
Was ist wichtiger? Die Jagd wird hier in Schutz genommen! Nicht die Menschen, die unter unberechenbaren Handlungen ihrer Schulkollegen, Schüler, Ehemänner , Väter usw. leiden müssen. Was ist das denn für eine verdrehte Welt?
Wir können nicht jedes Risiko ausschalten, aber die möglichen, das ist unsere Pflicht.
Dann muss man eben eine Lösung finden, wo Jagdwaffen, und wie sie sicher aufbewahrt und kontrolliert werden. Und Schluss.
Was denken heute betroffene Eltern, deren Kind tot ist, über Äusserungen, verdachtsunabhängige Kontrollen sollen nicht genutzt werden. (Südkurier Fr., 12. März 2010). Wir werden oft verdachtsunabhängig kontrolliert, (Zoll, Fahrkarte, … ) das ist das gute Recht des Gesetzes und der Kontrollierenden und ich fühle mich deshalb nicht persönlich angegriffen. Wo ist das Problem? Kosten? Warum sollten Kosten in der Prävention mehr weh tun als Kosten im Schadensfall? Und erst die indirekten Folgekosten im Schadensfall (psychische Probleme, Arbeitsunfähigkeit, Nachahmer – wieder Schadensfälle).
Ich als Nicht-Waffenbesitzerin möchte mich und meine Familie sicher fühlen. Da gehört einfach dazu, dass wenn schon jemand das Recht hat, eine Waffe zu besitzen, auch verantwortungsvoll damit umgeht. Dies muss er beweisen, dann ist ja alles in Ordnung. Dass ich meinen TV und Radio! bei der GEMAG anmelde, wird ja auch kontrolliert… – Verdachtsunabhängig, versteht sich.
Wir sind den bisher Betroffenen noch etwas schuldig und auch unserem Gewissen, das bestmögliche getan zu haben, um weitere schlimme Ereignisse zu vermeiden. Und dann lasst uns endlich verstärkt daran arbeiten, wie Jugendliche einen Sinn und eine Perspektive im Leben finden. Es wird Zeit, dass dies endlich in die bisher hauptfachlastigen Lehrpläne stark eingebunden wird. Die Schule sollte auch eine „Lebensbildung“ sein, damit die Heranwachsenden die Schule gestärkt ins Berufsleben verlassen.
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